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A review by premium_huhn
Dearly by Margaret Atwood
emotional
funny
reflective
sad
medium-paced
5.0
Gedichte von Margaret Atwood, mit deutscher Übertragung von Jan Wagner.
Die Autorin ist sicher vielen durch ihren Roman "Report einer Magd" ein Begriff. Ich hatte bislang noch nichts von ihr gelesen. Der Gedichtband lachte mich in der Stadtbücherei an, weil das Cover so eine schöne Farbe hat. ._. Ich lese üblicherweise keine Gedichte, weil ich nie so recht herausgefunden habe, wie man das mit Genuss tut. Meist lese ich sie, denke "Aha" und "Soso" oder auch "Hä?" und dann ist das Buch durch und ich habe wenig daraus mitgenommen.
Diese Gedichte ... fühlten sich überhaupt nicht an, als würde ich Gedichte lesen. Atwood versteckt sich nicht hinter gewollt kryptischen Zeilen, sondern sagt bzw. schreibt, was sie zu sagen hat. Ganz klar, ganz leicht, sehr zugänglich. Die Gedichte lesen sich fast von selbst. Da hier die Hürde zwischen mir als Leserin und dem Sinn der Texte entfiel, konnte ich mich - vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben - ganz in die Gedichte fallen lassen. Ich hatte richtig Kopfkino.
Atwood trieben und treiben viele Themen um, mit denen ich gut mitfühlen konnte. Die fortschreitende Demenz ihres Ehemannes findet in ihren Werken ebenso Platz wie ihr Engagement für den Umweltschutz und für feministische Belange. Gegenstände, besuchte Orte, liebgewonnene Menschen und kleine Alltäglichkeiten rufen Erinnerungen und Assoziationen hervor. Die Grenzen zur Phantastik werden gelegentlich übersprungen (und andersherum - die Grenzen zur Realität). Viele unterschiedliche Empfindungen stehen hier gleichberechtigt und wertungsfrei nebeneinander - Trauer, Nostalgie, Wut aber auch Lust, Freude, Neugierde und ein gewisser schelmischer Witz.
Die Gedichte haben mich zum Weinen gebracht, ohne billig auf die Tränendrüse zu drücken. Und ich habe laut gelacht und zuhause zum allgemeinen Unverständnis begeistert wirre Textauszüge zum Besten gegeben, weil die einfach *so gut* waren! So viele liebe Menschen sprachen aus diesen Texten zu mir und ich sprach mit ihnen.
Ich werde mir den Band, den ich wie gesagt aus der Stadtbücherei hatte, auch noch selbst kaufen. Ihr habt es alle gehört - ich kaufe mir freiwillig einen Gedichtband. WEIL ICH IHN WUNDERBAR FAND!
"Turn up the light. Sing on, | sing: On." *Scheinwerfer an, Bühne frei
Die Autorin ist sicher vielen durch ihren Roman "Report einer Magd" ein Begriff. Ich hatte bislang noch nichts von ihr gelesen. Der Gedichtband lachte mich in der Stadtbücherei an, weil das Cover so eine schöne Farbe hat. ._. Ich lese üblicherweise keine Gedichte, weil ich nie so recht herausgefunden habe, wie man das mit Genuss tut. Meist lese ich sie, denke "Aha" und "Soso" oder auch "Hä?" und dann ist das Buch durch und ich habe wenig daraus mitgenommen.
Diese Gedichte ... fühlten sich überhaupt nicht an, als würde ich Gedichte lesen. Atwood versteckt sich nicht hinter gewollt kryptischen Zeilen, sondern sagt bzw. schreibt, was sie zu sagen hat. Ganz klar, ganz leicht, sehr zugänglich. Die Gedichte lesen sich fast von selbst. Da hier die Hürde zwischen mir als Leserin und dem Sinn der Texte entfiel, konnte ich mich - vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben - ganz in die Gedichte fallen lassen. Ich hatte richtig Kopfkino.
Atwood trieben und treiben viele Themen um, mit denen ich gut mitfühlen konnte. Die fortschreitende Demenz ihres Ehemannes findet in ihren Werken ebenso Platz wie ihr Engagement für den Umweltschutz und für feministische Belange. Gegenstände, besuchte Orte, liebgewonnene Menschen und kleine Alltäglichkeiten rufen Erinnerungen und Assoziationen hervor. Die Grenzen zur Phantastik werden gelegentlich übersprungen (und andersherum - die Grenzen zur Realität). Viele unterschiedliche Empfindungen stehen hier gleichberechtigt und wertungsfrei nebeneinander - Trauer, Nostalgie, Wut aber auch Lust, Freude, Neugierde und ein gewisser schelmischer Witz.
Die Gedichte haben mich zum Weinen gebracht, ohne billig auf die Tränendrüse zu drücken. Und ich habe laut gelacht und zuhause zum allgemeinen Unverständnis begeistert wirre Textauszüge zum Besten gegeben, weil die einfach *so gut* waren! So viele liebe Menschen sprachen aus diesen Texten zu mir und ich sprach mit ihnen.
Ich werde mir den Band, den ich wie gesagt aus der Stadtbücherei hatte, auch noch selbst kaufen. Ihr habt es alle gehört - ich kaufe mir freiwillig einen Gedichtband. WEIL ICH IHN WUNDERBAR FAND!
"Turn up the light. Sing on, | sing: On." *Scheinwerfer an, Bühne frei