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A review by _jellie_
Holzfällen. Eine Erregung by Thomas Bernhard
5.0
Ohne einen einzigen Absatz kommt Thomas Bernhard in diesem Buch aus, und doch ist der Text gut zu lesen während sich das Handlungstempo schrittweise steigert. Die Emotionen und Gedanken des Erzählers werden im Laufe des beschriebenen Abendessens gegenüber der Wiener Abendgesellschaft immer abschätziger und hasserfüllter, bis es zu einem perfekten Höhepunkt kommt, in dem der Burgschauspieler das Ungesagte ausspricht und sich die Abendgesellschaft auflöst.
Menschen und Beziehungen werden hier durchleuchtet und auseinandergenommen, wobei jeder Charakter so real und vielschichtig ist, dass kein Zweifel besteht, dass es sich um reale Persönlichkeiten aus dem Umfeld Bernhards handelt - vielleicht sogar um den Autor in Form des Erzählers selbst.
Die Kernkritik gilt der Wiener Künstlerszene und der (klein)bürgerlichen Schicht, die als "künstlerisches Stadtgesindel" entblößt werden. Besonders mag ich dabei, wie der Erzähler sich mit seiner Kritik an den anderen Teilnehmern der Abendgesellschaft auch oft selbst beschreibt. Dieser Umstand macht seine Verachtung aber allenfalls noch intensiver und ein gewisser Selbsthass beginnt durchzuscheinen.
Anfangs war ich nicht sonderlich beeindruckt von Bernhards Stil, weil ich immer wieder an Jelinek und Christa Wolf denken musste, deren Monologstile ich persönlich beide besser finde. Allerdings war der Spannungsbogen fantastisch umgesetzt und der Klimax dermaßen vollkommen, dass ich fünf Sterne geben musste. Auch die Thematik ist interessant und wird sehr reflektiert betrachtet. Das ist definitiv ein Buch, das ich mehrmals lesen werde.
Menschen und Beziehungen werden hier durchleuchtet und auseinandergenommen, wobei jeder Charakter so real und vielschichtig ist, dass kein Zweifel besteht, dass es sich um reale Persönlichkeiten aus dem Umfeld Bernhards handelt - vielleicht sogar um den Autor in Form des Erzählers selbst.
Die Kernkritik gilt der Wiener Künstlerszene und der (klein)bürgerlichen Schicht, die als "künstlerisches Stadtgesindel" entblößt werden. Besonders mag ich dabei, wie der Erzähler sich mit seiner Kritik an den anderen Teilnehmern der Abendgesellschaft auch oft selbst beschreibt. Dieser Umstand macht seine Verachtung aber allenfalls noch intensiver und ein gewisser Selbsthass beginnt durchzuscheinen.
Anfangs war ich nicht sonderlich beeindruckt von Bernhards Stil, weil ich immer wieder an Jelinek und Christa Wolf denken musste, deren Monologstile ich persönlich beide besser finde. Allerdings war der Spannungsbogen fantastisch umgesetzt und der Klimax dermaßen vollkommen, dass ich fünf Sterne geben musste. Auch die Thematik ist interessant und wird sehr reflektiert betrachtet. Das ist definitiv ein Buch, das ich mehrmals lesen werde.