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A review by premium_huhn
Harry Potter und der Orden des Phönix by J.K. Rowling
5.0
Das Buch habe ich deutlich weniger oft gelesen als die ersten vier Teile. Ich mochte es als Jugendliche stellenweise nicht so sehr, weil Harry ständig ausrastet und dieses "Teenager leiden unter schreckliche Stimmungsschwankungen und rasten halt manchmal aus"-Thema mich nie angesprochen hat. Das und die Abneigung gegen Dolores Umbridge hielten mich davon ab, das Buch häufiger zu lesen. Naja und Sirius' Tod. Ich fand Sirius als Jugendliche total klasse und sein Tod nahm mich wirklich mit.
Nach neuerlicher Lektüre, jetzt mit einigen Jahren Abstand, muss ich sagen, dass ich damit wirklich was verpasst habe!
Harrys Stimmungsschwankungen sehe ich mittlerweile weniger als "Teenager-Gedöns" denn als Ausdruck dessen, dass er mit den Ereignissen am Ende des vierten Bandes noch nicht fertiggeworden ist. Daraus erklärt sich auch, dass er am laufenden Band fragwürdige und einsame Entscheidungen trifft, die eigentlich alles immer nur noch schlimmer machen. Aber woher soll ers auch besser wissen - er ist immerhin vier Jahre lang bestens damit gefahren und ist oft gelobt und belohnt worden dafür, Ratschläge in die Wind zu schießen und seinen erstbesten Impulsen zu folgen. Dass das eigentlich so aber nicht besonders gut funktioniert, ist eine Erkenntnis, die Harry auf besonders bittere Weise lernt. Mir scheint, dass er daran aber wirklich reift.
Dolores Umbridge ist ein großartiger Charakter - wenige Bösewichte habe ich so gehasst wie sie und woahr, ist die immer noch unsympathisch ... großartig!
Sirius Tod ... sehe ich ehrlich gesagt mittlerweile etwas entspannter. Ja, Harrys Übereifer trägt dazu bei ... aber am Ende ist Sirius ein erwachsener Mensch und trifft seine eigenen, höchst fragwürdigen Entscheidungen. Meine jugendliche Bewunderung für ihn hält sich mittlerweile in Grenzen - Sirius ist offenkundig ein ziemliches Sackgesicht und in einer verklärten Vergangenheit hängengeblieben, in der er einen besten Freund hatte und zu den "coolen" Kids gehörte. Das hindert ihn daran, mit seiner aktuellen Situation ins Reine zu kommen und tatsächlich nützliche Entscheidungen zu treffen oder wenigstens anderen gegenüber ein anständiges Verhalten an den Tag zu legen.
Was mich bei der neuerlichen Lektüre überraschte, war, wie viel Humor doch in dem Buch steckt. Ich hatte völlig vergessen, wie vergnüglich das geschrieben ist. Die Verfilmung konzentriert sich ja sehr auf den düsteren Part der Story, aber diese hintergründigen "tongue-in-cheek"-Momente gehen oft verloren. :)
So wirklich empfehlen kann man die Bücher ja, nachdem die Autorin geistig irgendwo falsch abgebogen ist, eigentlich nicht mehr ... andererseits lass ich mir von nem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wo ich hinzugucken habe und von ner beknackten Autorin lass ich mir mein geistiges Wohnzimmer nicht vereinnahmen. Geht in die Stadtbücherei und leiht euch das Buch dort. Lohnt sich. :)
Nach neuerlicher Lektüre, jetzt mit einigen Jahren Abstand, muss ich sagen, dass ich damit wirklich was verpasst habe!
Harrys Stimmungsschwankungen sehe ich mittlerweile weniger als "Teenager-Gedöns" denn als Ausdruck dessen, dass er mit den Ereignissen am Ende des vierten Bandes noch nicht fertiggeworden ist. Daraus erklärt sich auch, dass er am laufenden Band fragwürdige und einsame Entscheidungen trifft, die eigentlich alles immer nur noch schlimmer machen. Aber woher soll ers auch besser wissen - er ist immerhin vier Jahre lang bestens damit gefahren und ist oft gelobt und belohnt worden dafür, Ratschläge in die Wind zu schießen und seinen erstbesten Impulsen zu folgen. Dass das eigentlich so aber nicht besonders gut funktioniert, ist eine Erkenntnis, die Harry auf besonders bittere Weise lernt. Mir scheint, dass er daran aber wirklich reift.
Dolores Umbridge ist ein großartiger Charakter - wenige Bösewichte habe ich so gehasst wie sie und woahr, ist die immer noch unsympathisch ... großartig!
Sirius Tod ... sehe ich ehrlich gesagt mittlerweile etwas entspannter. Ja, Harrys Übereifer trägt dazu bei ... aber am Ende ist Sirius ein erwachsener Mensch und trifft seine eigenen, höchst fragwürdigen Entscheidungen. Meine jugendliche Bewunderung für ihn hält sich mittlerweile in Grenzen - Sirius ist offenkundig ein ziemliches Sackgesicht und in einer verklärten Vergangenheit hängengeblieben, in der er einen besten Freund hatte und zu den "coolen" Kids gehörte. Das hindert ihn daran, mit seiner aktuellen Situation ins Reine zu kommen und tatsächlich nützliche Entscheidungen zu treffen oder wenigstens anderen gegenüber ein anständiges Verhalten an den Tag zu legen.
Was mich bei der neuerlichen Lektüre überraschte, war, wie viel Humor doch in dem Buch steckt. Ich hatte völlig vergessen, wie vergnüglich das geschrieben ist. Die Verfilmung konzentriert sich ja sehr auf den düsteren Part der Story, aber diese hintergründigen "tongue-in-cheek"-Momente gehen oft verloren. :)
So wirklich empfehlen kann man die Bücher ja, nachdem die Autorin geistig irgendwo falsch abgebogen ist, eigentlich nicht mehr ... andererseits lass ich mir von nem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wo ich hinzugucken habe und von ner beknackten Autorin lass ich mir mein geistiges Wohnzimmer nicht vereinnahmen. Geht in die Stadtbücherei und leiht euch das Buch dort. Lohnt sich. :)