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A review by tapsisbuchblog
Spectrum by Ethan Cross
5.0
In Las Vegas wird eine GoBox-Filiale überfallen. Die Täter verschanzen sich im Gebäude und zwingen die Polizei von Nevada zu einem Nervenkrieg. Doch nicht nur das: Sie verlangen auch, dass das FBI hinzugezogen wird. Agent Carter ist sofort zur Stelle. Im Schlepptau hat er Dr. August Burke. Das junge Genie soll den Ermittlern helfen. Und es erkennt, dass die Täter mitnichten auf den Inhalt des Tresors scharf sind...
"Spectrum" war mein erster Thriller von Ethan Cross und ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen. Sein Erstling "Ich bin die Nacht" liegt bei mir noch ungelesen im Regal, wofür ich mich nach der Lektüre seines neusten Werkes schon fast schäme. Denn Cross schafft es gekonnt, Gewalt, Psychologie und Verbrechen spannend und mitreißend zu verbinden.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man sowohl dem Polizisten Nic Juliano, als auch Special Agent Carter und Dr. Burke sowie kapitelweise auch einer Polizistin in Südafrika sowie den Geiselnehmern. Obwohl die Anzahl der Protagonisten überwältigend anmutet, fand ich mich beim Lesen sehr schnell zurecht und konnte sowohl Figuren als auch Schauplätze perfekt auseinander halten. Das lag unter anderem auch an Ethan Cross' direktem Erzählstil, bei dem er sich auf das Wesentliche konzentriert.
Der Autor führt mit Dr. August Burke einen sehr speziellen Charakter ein. Denn Burke ist nicht nur unglaublich jung und intelligent, er leidet auch an dem Asperger-Syndrom. Wer nun aber eine Art Sheldon mit Ticks und wenig Alltagsroutine erwartet, der ist vollkommen falsch gewickelt. Das junge Genie hat zwar seine Probleme im Umgang mit anderen Menschen, ist jedoch erfrischend realitätsnah beschrieben und sehr schlagfertig. Burke verschleiert seine Probleme nicht, sondern zeigt einfach, wie er sich im Alltag mit neurotypischen Menschen zurecht findet. Das war für mich ganz großes Kino. Denn zugegebenermaßen hatte ich leichte Bedenken, ob Cross mit dem Asperger-Syndrom Schindluder treiben wird oder es sogar überspitzt darstellt. Dies war zum Glück nicht der Fall.
Die Story selbst ist von Seite 1 an spannend, fesselnd und hat mich sofort mitgerissen. Ethan Cross versteht es, den Spannungsbogen zu halten und seine Leser von Schauplatz zu Schauplatz zu treiben, ohne dass man dabei ins Stolpern gerät. Ich konnte zu jeder Figur, egal ob sie mir sympathisch war oder nicht, eine Verbindung herstellen und habe mit Freuden kombiniert, Türen eingetreten und Pläne geschmiedet. Und der Autor hat das geschafft, was schon lange kein Thriller mehr bei mir auslösen konnte: Er hat mich zum Weinen gebracht. So stark hat mich in letzter Zeit kein Buch gefesselt.
Das Finale passt sehr gut zum Thriller und kommt us-typisch mit einem Knalleffekt und großem Showdown. Das hat mich jedoch wenig gestört, da ich unbedingt wissen wollte, wie Dr. Burke die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Tätern und Vorkommnissen hergestellt hat. Für mich war die Geschichte von vorn bis hinten rund. Und der Autor lässt eine kleine Hintertür zu einer Fortsetzung.
Etahn Cross' Stil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, blutig und gleichzeitig abgebrüht. Er schmückt seine Szenen nur dann aus, wenn es wirklich notwendig ist, gibt aber genug Futter fürs Kopfkino, so dass die eigene Fantasie perfekt arbeiten kann.
Fazit: endlich mal ein Genie ohne erdrückenden Wahnsinn. Ich kann das Buch nur empfehlen.
"Spectrum" war mein erster Thriller von Ethan Cross und ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen. Sein Erstling "Ich bin die Nacht" liegt bei mir noch ungelesen im Regal, wofür ich mich nach der Lektüre seines neusten Werkes schon fast schäme. Denn Cross schafft es gekonnt, Gewalt, Psychologie und Verbrechen spannend und mitreißend zu verbinden.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man sowohl dem Polizisten Nic Juliano, als auch Special Agent Carter und Dr. Burke sowie kapitelweise auch einer Polizistin in Südafrika sowie den Geiselnehmern. Obwohl die Anzahl der Protagonisten überwältigend anmutet, fand ich mich beim Lesen sehr schnell zurecht und konnte sowohl Figuren als auch Schauplätze perfekt auseinander halten. Das lag unter anderem auch an Ethan Cross' direktem Erzählstil, bei dem er sich auf das Wesentliche konzentriert.
Der Autor führt mit Dr. August Burke einen sehr speziellen Charakter ein. Denn Burke ist nicht nur unglaublich jung und intelligent, er leidet auch an dem Asperger-Syndrom. Wer nun aber eine Art Sheldon mit Ticks und wenig Alltagsroutine erwartet, der ist vollkommen falsch gewickelt. Das junge Genie hat zwar seine Probleme im Umgang mit anderen Menschen, ist jedoch erfrischend realitätsnah beschrieben und sehr schlagfertig. Burke verschleiert seine Probleme nicht, sondern zeigt einfach, wie er sich im Alltag mit neurotypischen Menschen zurecht findet. Das war für mich ganz großes Kino. Denn zugegebenermaßen hatte ich leichte Bedenken, ob Cross mit dem Asperger-Syndrom Schindluder treiben wird oder es sogar überspitzt darstellt. Dies war zum Glück nicht der Fall.
Die Story selbst ist von Seite 1 an spannend, fesselnd und hat mich sofort mitgerissen. Ethan Cross versteht es, den Spannungsbogen zu halten und seine Leser von Schauplatz zu Schauplatz zu treiben, ohne dass man dabei ins Stolpern gerät. Ich konnte zu jeder Figur, egal ob sie mir sympathisch war oder nicht, eine Verbindung herstellen und habe mit Freuden kombiniert, Türen eingetreten und Pläne geschmiedet. Und der Autor hat das geschafft, was schon lange kein Thriller mehr bei mir auslösen konnte: Er hat mich zum Weinen gebracht. So stark hat mich in letzter Zeit kein Buch gefesselt.
Das Finale passt sehr gut zum Thriller und kommt us-typisch mit einem Knalleffekt und großem Showdown. Das hat mich jedoch wenig gestört, da ich unbedingt wissen wollte, wie Dr. Burke die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Tätern und Vorkommnissen hergestellt hat. Für mich war die Geschichte von vorn bis hinten rund. Und der Autor lässt eine kleine Hintertür zu einer Fortsetzung.
Etahn Cross' Stil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, blutig und gleichzeitig abgebrüht. Er schmückt seine Szenen nur dann aus, wenn es wirklich notwendig ist, gibt aber genug Futter fürs Kopfkino, so dass die eigene Fantasie perfekt arbeiten kann.
Fazit: endlich mal ein Genie ohne erdrückenden Wahnsinn. Ich kann das Buch nur empfehlen.