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A review by premium_huhn
Das Eulentor by Andreas Gruber
adventurous
dark
mysterious
fast-paced
- Plot- or character-driven? Plot
- Loveable characters? It's complicated
3.0
1911 führt ein angehender Forscher und Arztsohn aus Wien, Alexander Berger, eine Expedition in die eisige Kälte Spitzbergens. Der Plan, die Küste zu kartografieren, scheitert - doch im Verlauf dieser ersten Expedition entdecken Berger und sein Team etwas viel Interessanteres: Ein scheinbar endlos in die Tiefe reichendes Loch. Die fantastische Entdeckung zieht nicht nur Berger, sondern auch zahlreiche andere Menschen in ihren Bann. 2021 macht sich Nele Tujunen, in den Besitz von Bergers Tagebuch gekommen, auf den Weg zur offiziell überhaupt nicht existenten Forschungsstation Sibirion, um dort das Geheimnis der dunklen Tiefen zu lüften. Was befindet sich am Grund des Schachtes?
Der Mystery-Thriller wurde mir im heimischen Buchclub ans Herz gelegt, weil er Lovecraftischen Horror mit der Spannung eines Thrillers vereint. Und es wurde nicht zu viel versprochen: Das Buch ist ein echter Pageturner. Immer tiefer geht es hinab und wie Berger und seine Mitstreitenden wollte auch ich unbedingt wissen, was als nächstes käme und natürlich was denn nun ganz unten im Schacht ist - falls es ein "ganz unten" überhaupt gibt. Die Beschreibungen der von der Faszination des Schachtes getriebenen Personen und den fortschreitenden Forschungen waren stimmungsvoll und fesselnd. Die Rahmenhandlung um Nele lockerte die Handlung dabei immer wieder auf, sodass es nie eintönig wurde und wir als Lesende uns aus mehreren Richtungen dem Geheimnis der dunklen Tiefen nähern.
Was mir nicht so gefiel, war die Art und Weise, wie uns eine Erzählung aus der Ich-Perspektive als "Tagebuch" verkauft wurde. Mensch hatte Berger viel Zeit zum Schreiben. Und was der dabei nicht alles zu Papier brachte. Ich hätte es plausibler gefunden, hätte es sich um spätere Interviews oder Tonbandaufnahmen gehandelt, denn Berger erzählt wirklich sehr kleinteilig und kein Mensch formuliert so sein Tagebuch. Noch unplausibler wurde es bei anderen "historischen Quellen". Dramaturgisch passen die alle toll in die Handlung, aber wie sie formuliert waren und welche Informationen enthalten waren, hat mich nicht recht überzeugt. Gerade nachdem ich vor Kurzem "Der Historiker" las, in dem die Recherchen und fiktiven Quellen so überzeugend konstruiert waren, fiel mir hier auf, dass sie nur als Mittel zum Zweck der Erzählung dienten.
Die Auflösung des Ganzen ließ mich etwas enttäuscht zurück, aber nachdem derart gekonnt Spannung ums Unbekannte aufgebaut wurde, wüsste ich auch nicht, was am Ende hätte herauskommen sollen, das nicht irgendwie ein wenig enttäuschend gewesen wäre.
Die Review klingt jetzt ziemlich negativ aber das Buch war von diesen kleineren Mängeln abgesehen wirklich monstermäßig spannend und, nachts gelesen, auch ziemlich gruselig. Unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch.
Der Mystery-Thriller wurde mir im heimischen Buchclub ans Herz gelegt, weil er Lovecraftischen Horror mit der Spannung eines Thrillers vereint. Und es wurde nicht zu viel versprochen: Das Buch ist ein echter Pageturner. Immer tiefer geht es hinab und wie Berger und seine Mitstreitenden wollte auch ich unbedingt wissen, was als nächstes käme und natürlich was denn nun ganz unten im Schacht ist - falls es ein "ganz unten" überhaupt gibt. Die Beschreibungen der von der Faszination des Schachtes getriebenen Personen und den fortschreitenden Forschungen waren stimmungsvoll und fesselnd. Die Rahmenhandlung um Nele lockerte die Handlung dabei immer wieder auf, sodass es nie eintönig wurde und wir als Lesende uns aus mehreren Richtungen dem Geheimnis der dunklen Tiefen nähern.
Was mir nicht so gefiel, war die Art und Weise, wie uns eine Erzählung aus der Ich-Perspektive als "Tagebuch" verkauft wurde. Mensch hatte Berger viel Zeit zum Schreiben. Und was der dabei nicht alles zu Papier brachte. Ich hätte es plausibler gefunden, hätte es sich um spätere Interviews oder Tonbandaufnahmen gehandelt, denn Berger erzählt wirklich sehr kleinteilig und kein Mensch formuliert so sein Tagebuch. Noch unplausibler wurde es bei anderen "historischen Quellen". Dramaturgisch passen die alle toll in die Handlung, aber wie sie formuliert waren und welche Informationen enthalten waren, hat mich nicht recht überzeugt. Gerade nachdem ich vor Kurzem "Der Historiker" las, in dem die Recherchen und fiktiven Quellen so überzeugend konstruiert waren, fiel mir hier auf, dass sie nur als Mittel zum Zweck der Erzählung dienten.
Die Auflösung des Ganzen ließ mich etwas enttäuscht zurück, aber nachdem derart gekonnt Spannung ums Unbekannte aufgebaut wurde, wüsste ich auch nicht, was am Ende hätte herauskommen sollen, das nicht irgendwie ein wenig enttäuschend gewesen wäre.
Die Review klingt jetzt ziemlich negativ aber das Buch war von diesen kleineren Mängeln abgesehen wirklich monstermäßig spannend und, nachts gelesen, auch ziemlich gruselig. Unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch.