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nettebuecherkiste 's review for:

4.0

Am 27. Februar 2015 verstarb die wohl größte Science-Fiction-Ikone aller Zeiten: Leonard Nimoy. Mit „Spock“ hat er einen einmaligen Charakter geschaffen, der nicht nur der Held aller Nerds, sondern eine echte Symbolfigur und der größte Sympathieträger des Star Trek-Franchise. Obwohl zuletzt ein Missverständnis zwischen ihnen stand, verband ihn mit seinem Schauspielerkollegen William Shatner eine langjährige Freundschaft, die ebenso innig war wie die zwischen Spock und Captain Kirk. Der Verlust seines Freundes veranlasste William Shatner, dieses Buch über ihn zu verfassen.

Shatner und Nimoy hatten einen ähnlichen Hintergrund: Beide sind Kinder osteuropäisch-jüdischer Einwanderer. Shatner schildert beider Jugend und Werdegang parallel, von der Kindheit in Montreal bzw. Boston, frühen Bühnenerfahrungen, die Schauspielerausbildung, das erste Aufeinandertreffen und die gemeinsame Zeit bei Star Trek, die Jahre danach, die Familienkrisen, die beide prägten, die weitere schauspielerische Arbeit bis zum Tod Nimoys im vergangenen Jahr. Den Schwerpunkt legt Shatner auf die schauspielerische Tätigkeit, das Talent und die Professionalität Nimoys, er geht jedoch natürlich auch auf das Privatleben der beiden Männer, die gescheiterten Ehen, die Alkoholsucht, das schlechte Verhältnis Nimoys zu seinem Sohn Adam und die Aussöhnung der beiden ein. Fans werden sich besonders über einige schöne Anekdoten aus der Zeit der ursprünglichen Star Trek-Serie freuen, die mich sehr zum Schmunzeln gebracht haben. Auch Weggefährten wie der Schauspieler Steve Guttenberg kommen indirekt zu Wort. Der Gesamteindruck, den das Buch hinterlässt, ist von tief empfundener Freundschaft, aufrichtiger Bewunderung und Respekt Shatners für Nimoy geprägt und macht Shatner sehr sympathisch.

Das Hörbuch betreffend muss ich anmerken, dass Shatner für dieses Medium nicht ganz perfekt ist. Er nuschelt und leiert ein wenig, liest eher herunter. Ich musste häufiger als normal zurückspulen, um Passagen erneut zu hören. Insbesondere wenn es um Nimoys Krankheit und seinen Tod geht, legt Shatner jedoch natürlich mehr Gefühl in seine Stimme. Wer nicht ganz so geübt im Hören englischer Hörbücher ist, sollte lieber zur Printausgabe greifen.

Das Buch ist selbstverständlich eine Empfehlung für alle Star Trek-, Nimoy- und Shatner-Fans. Außerdem ist es interessant für diejenigen, die sich für den Werdegang eines Schauspielers in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts interessieren.