A review by laelyn
Das Baby ist meins by Oyinkan Braithwaite

3.0

Ob man es glaubt oder nicht: Dies ist das erste Buch, das ich lese, das zu Pandemie-Zeiten spielt und die Corona-Pandemie als Setting für seine Geschichte wählt. Ich war gespannt, aber auch ein wenig skeptisch. Immerhin bietet die aktuelle Situation viel Material für Geschichten - Isolation, Krankheit, Angst, Lockdown, um nur ein paar zu nennen.


"Das Baby ist meins" spinnt eine interessante Story in unserer neuen Welt, die insbesondere die Isolation in den Mittelpunkt stellt. Innerhalb einer Wohnung, abgeschnitten vom Rest der Welt, kann vieles passieren. Das die Charaktere der Geschichte ihrer Situation unter anderem aufgrund von Corona nicht einfach entfliehen können, führt zu einer noch höheren Spannung in der ohnehin angespannten Konstellation zwischen dem Protagonisten Bambi, seiner Tante und der Geliebten seines verstorbenen Onkels - und dann ist da noch das Baby, das beide Frauen für sich beanspruchen. Die Geschichte ist zugleich dramatisch und humorvoll, spielt mit dem Mysterium, wer denn nun wirklich die Mutter des Babies ist, und gibt subtile Einblicke in die Kultur des Landes.


Die Übersetzung ist ebenfalls gelungen.


Letztlich erzählt diese Novelle aber keine Geschichte, die im Gedächtnis bleiben wird. Zu blass bleiben die Figuren, zu offensichtlich ist die Auflösung des Mysteriums. Wirklich entfalten kann sich das Drama nicht. Dennoch eine kurzweilige, interessante Leseerfahrung.