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A review by premium_huhn
Spuk in Hill House by Shirley Jackson
dark
mysterious
tense
medium-paced
- Plot- or character-driven? Character
- Strong character development? Yes
- Loveable characters? It's complicated
- Diverse cast of characters? No
- Flaws of characters a main focus? Yes
3.0
Die zurückhaltende Eleanor ist eine von vier Personen, die von Professor Montague zu einem wissenschaftlichen Aufenthalt auf Hill House eingeladen wurde. Der Professor möchte besondere Phänomene untersuchen, die im Haus angeblich stattfinden, und hat sich dafür eine Gruppe von Menschen mit sensibler Ader für das Übernatürliche zusammengesucht. Schon bei der Ankunft ist klar, dass dieser Aufenthalt mehr als nur halten wird, was er verspricht. Das Haus selbst scheint von böser Natur zu sein und eigene Pläne mit seinen neuen Bewohnern zu haben.
Ich habe die Netflixverfilmung gesehen und danach wollte ich unbedingt auch die Buchvorlage lesen. Ziemlich schnell war klar, dass die Verfilmung zwar sehr viele Ideen aus der Vorlage aufgreift, darüber hinaus aber eine völlig andere Geschichte erzählt. Das Buch hat mir dennoch gut gefallen.
Wirklich stimmungsvoll sind die Beschreibungen des Hauses. Beim Lesen hatte ich regelrechte Kamerafahrten vor Augen, wenn abseits der Blicke der Protagonist:innen beschrieben wird, wie Türen sich wie von Geisterhand schließen, unnatürliche Winde wehen und Statuen mit leerem Blick in die Zimmer schauen. Der Aufbau des Hauses ist verwirrend, die Einrichtung der Zimmer unheimlich.
Die Gäste haben je ihre eigenen Geheimnisse und Beweggründe und sind von Beginn an offenkundig an keinem ehrlichen Austausch miteinander interessiert. Eleanor ist eine unzuverlässige Erzählerin, deren Bericht immer psychedelischer und unzusammenhängender wird, je mehr ihr der Aufenthalt im Spukhaus zusetzt – das war sehr spannend zu lesen. Darüber hinaus ist leider ziemlich mit sich selbst beschäftigt, was ich eher nervig fand.
Am coolsten fand ich Luke, den Erben der Immobilie. Der ist auf den ersten Blick so ein herrlicher Kotzbrocken, dabei aber am Ende doch gar nicht so verkehrt.
Auf jeden Fall ganz lesenswerte Spukhauslektüre.