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Der Erwählte by Kiera Cass
3.0

Nach dem eher schwächeren zweiten Teil hatte ich die Hoffnung, dass der Dritte es wieder raus reißt, aber der Anfang liest sich eher wie eine billige Erotik-Fanfiction und man kommt in die missliche Lage, sich tatsächlich ein wenig fremdzuschämen.
Glücklicherweise bleibt es erstmals nur bei dieser Szene, denn das Buch kehrt recht schnell wieder zum eigentlichen Thema zurück: Das Casting, die Beziehung der Mädchen zueinander und die Beziehung von Maxon und America. Zum Glück muss man sich als Leser nicht mehr das ewige Genörgel anhören, für wen sie sich nun entscheiden soll und sie entscheidet sich endlich für Maxon, was auch immer wieder mit allen Gründen aufgezählt werden muss, warum es gerade er ist und nicht ihre Kindheitsliebe Aspen.
Außerdem gibt das Buch endlich Antworten. Vielleicht sogar ein bisschen zu viel auf ein mal. Gerade, was die Rebellen angeht, die nach zwei Bänden nicht mehr als kurze Auftritte hatten und deren eigentliches Motiv so lange im Dunkeln blieb.
Also wird sich kurzerhand mit den Nordrebellen verbündet, die nicht mehr wollen, als das Kastensystem abzuschaffen.
Manchmal denkt man dann wirklich, America hat ihre hellen Momente und man feuert sie regelrecht an in ihrem Tun, andere Male könnte man sie wegen ihres unüberlegten Handelns an die Wand werfen.
Zum Beispiel trifft sie sich, zusammen mit Maxon, mit den Nordrebellen, gerät in einen Hinterhalt der Südrebellen, hätte dabei draufgehen können, kassiert aber nur einen Streifschuß, den sie drei Kapitel lang versteckt und der dann nie wieder erwähnt wird. Genauso wie das Straßenkind, welches sie bei ihrer Flucht aufgabelt und mit in den Palast nimmt, damit sie dort Arbeit hat und nicht mehr stehlen muss. Sie wart nie wieder gesehen, geschweige denn erwähnt in diesem Buch.
Gen Ende muss dann auch noch mal der Drama-SuperGAU kommen, wobei manche Situationen unheimlich übertrieben wirken lässt. So findet Maxon zum Beispiel über die Liebschaft von America und Aspen heraus und verhält sich prompt wie das Oberarsch, was man ihm nicht zugetraut hätte. Außerdem folgt noch ein weiterer Angriff der Südrebellen, der wenigstens ein bisschen Action mit reinbringt und prompt ist das Buch schon zu Ende, wobei die Autorin auf ein, zwei billige Tricks zurückgreift, um den Plot inhaltlich zu dem Punkt zu bringen, auf den sie nun hin gearbeitet hat.
Auch wenn es jetzt ein wenig harsch klingt und vieles noch immer inhaltlich an Selection stört, bleibt es dabei, dass es eine kurzweilige, leichte Lektüre ist, die man unheimlich schnell durchlesen kann.