premium_huhn's reviews
257 reviews

Der Historiker by Elizabeth Kostova

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adventurous dark mysterious reflective slow-paced
  • Plot- or character-driven? A mix
  • Strong character development? Yes
  • Loveable characters? It's complicated

5.0

Ein Mädchen findet in der Bibliothek ihres Vaters ein geheimnisvolles Bündel mit einem sehr alten Buch und einigen vergilbten Briefen, adressiert an "meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger". Die Sache lässt sie nicht los und so wird sie hineingezogen in eine generationenübergreifende und viele Länder umspannende Recherche, die Suche nach einem vermissten Mentor, einem unsteten Vater, einer verschwundenen Mutter. Letztlich die Jagd nach einem Phantom - dem sagenumwobenen Drakula. Viele Jahre später erst findet die jetzt erwachsene Frau die Kraft, alle Dokumente, Nachweise, Spuren und Schnipsel dieser Jagd zusammenzutragen, um von den Erlebnissen zu berichten, die nicht nur ihr Leben unwiderruflich verändern sollten.

Diesen Roman habe ich, als er 2005 auf Deutsch erschien, geschenkt bekommen. Ich erinnere mich daran, dass ich ihn zumindest anfing zu lesen ... und das Buch für sehr eigen befand. Da ich mich nur an wenige Szenen ganz zu Beginn des Buches erinnern kann, gehe ich mittlerweile davon aus, dass ich die Geschichte damals nicht zuende gelesen habe, obwohl ich jahrelang dachte, dass ich das getan hätte. Zeitsprung: Im März 2024 habe ich anlässlich der Leipziger Buchmesse einen Vortrag über Vampire und Bücher in der Bibliotheca Albertina gehört, in dem auf Kostovas Roman kurz Bezug genommen wurde. Da fiel mir ein, dass er seit 2005 auch auf meinem Regal steht, wo ich ihn unter einer dicken Staubschicht hervorklaubte, um ihm eine neuerliche Chance zu geben.

Wie gut, dass ich das getan habe, denn "Der Historiker" war mein Roman des Jahres 2024. So viele Aspekte haben mir gut gefallen.

Zuallererst mag ich natürlich Vampirgeschichten, mochte ich schon immer, und in diese Kerbe schlägt selbstverständlich auch ein Buch über Drakula in Historie und Legende. Der Roman macht dabei einen gut recherchierten Eindruck, ohne dass mir Fakten um der Fakten willen um die Ohren gehauen worden wären; alle uns gegebenen Informationen dienen einem Zweck in der Handlung.

Das Buch erzählt seine Geschichte in vielen Erzählebenen und -perspektiven , die unter anderem in wiedergegebenen Erinnerungen, mündlichen Berichten, Briefen und historischen Quellenausschnitten präsentiert werden. Durch diese Vielzahl an "Informationsquellen" habe auch ich als Leserin das Gefühl gehabt, immer tiefer in die Materie einzusteigen, immer neue, faszinierende und schockierende Entdeckungen zu machen und dem Ursprung der Sache immer weiter auf den Grund zu gehen. Im Gegensatz zu Stokers Drakula, den ich ehrlich gesagt stellenweise etwas langatmig finde, ist "Der Historiker" durchgehend spannend. Gerade weil die Enthüllungen immer wieder unterbrochen werden durch Abschweifungen, Zeitsprünge, Rahmenhandlungen, die jeweils in sich spannend sind, wird die Erzählung nie langweilig.

Ein besonderes Talent hat die Autorin für die Schilderung von Szenerien. Man könnte negativ anmerken, dass sie gelegentlich ins Exotisierende abschweift, aber letztlich gelingt es ihr vorzüglich, die vielen Eindrücke, die die Figuren auf ihren zahlreichen Reisen sammeln, eindrücklich wiederzugeben. Die Architektur, die Natur, die Eigenheiten der Menschen, lokale Speisen, Kleidung, die Art, zu reisen, Musik, Geräusche, Bräuche ... die Autorin hat einen Blick fürs große Ganze wie fürs Detail und baut so atemberaubende Kulissen für ihre Handlung.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich dieses Buch, gerade auch wegen der wundervollen historischen Szenensettings und des episodenhaften Erzählstils wirklich toll für eine Umsetzung als budgetreiche Fernsehserie eignen würde.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich Kostovas Roman nicht zum letzten Mal gelesen habe. Er ist definitiv nicht zum schnellen Durchstöbern geeignet. Er möchte genossen, vielleicht sogar zelebriert werden. Beste Lektüre für lange, dunkle Winterabende.
Dearly by Margaret Atwood

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emotional funny reflective sad medium-paced

5.0

Gedichte von Margaret Atwood, mit deutscher Übertragung von Jan Wagner.

Die Autorin ist sicher vielen durch ihren Roman "Report einer Magd" ein Begriff. Ich hatte bislang noch nichts von ihr gelesen. Der Gedichtband lachte mich in der Stadtbücherei an, weil das Cover so eine schöne Farbe hat. ._. Ich lese üblicherweise keine Gedichte, weil ich nie so recht herausgefunden habe, wie man das mit Genuss tut. Meist lese ich sie, denke "Aha" und "Soso" oder auch "Hä?" und dann ist das Buch durch und ich habe wenig daraus mitgenommen.

Diese Gedichte ... fühlten sich überhaupt nicht an, als würde ich Gedichte lesen. Atwood versteckt sich nicht hinter gewollt kryptischen Zeilen, sondern sagt bzw. schreibt, was sie zu sagen hat. Ganz klar, ganz leicht, sehr zugänglich. Die Gedichte lesen sich fast von selbst. Da hier die Hürde zwischen mir als Leserin und dem Sinn der Texte entfiel, konnte ich mich - vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben - ganz in die Gedichte fallen lassen. Ich hatte richtig Kopfkino.

Atwood trieben und treiben viele Themen um, mit denen ich gut mitfühlen konnte. Die fortschreitende Demenz ihres Ehemannes findet in ihren Werken ebenso Platz wie ihr Engagement für den Umweltschutz und für feministische Belange. Gegenstände, besuchte Orte, liebgewonnene Menschen und kleine Alltäglichkeiten rufen Erinnerungen und Assoziationen hervor. Die Grenzen zur Phantastik werden gelegentlich übersprungen (und andersherum - die Grenzen zur Realität). Viele unterschiedliche Empfindungen stehen hier gleichberechtigt und wertungsfrei nebeneinander - Trauer, Nostalgie, Wut aber auch Lust, Freude, Neugierde und ein gewisser schelmischer Witz.

Die Gedichte haben mich zum Weinen gebracht, ohne billig auf die Tränendrüse zu drücken. Und ich habe laut gelacht und zuhause zum allgemeinen Unverständnis begeistert wirre Textauszüge zum Besten gegeben, weil die einfach *so gut* waren! So viele liebe Menschen sprachen aus diesen Texten zu mir und ich sprach mit ihnen.

Ich werde mir den Band, den ich wie gesagt aus der Stadtbücherei hatte, auch noch selbst kaufen. Ihr habt es alle gehört - ich kaufe mir freiwillig einen Gedichtband. WEIL ICH IHN WUNDERBAR FAND! 
"Turn up the light. Sing on, | sing: On." *Scheinwerfer an, Bühne frei
Bücher & Barbaren by Travis Baldree

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adventurous lighthearted relaxing medium-paced
  • Plot- or character-driven? A mix
  • Strong character development? Yes
  • Loveable characters? Yes
  • Flaws of characters a main focus? No

4.0

Prequel zu Magie und Milchschaum. In dieser Geschichte lernen wir mehr über Vivs stürmische Jahre als neu angeworbene Söldnerin bei den Raben. Als sie durch ihre eigene Unvorsichtigkeit im Kampf am Bein verwundet wird, quartiert der Trupp sie in der kleinen Hafenstadt Murk ein, wo sie sich auskurieren soll, während die anderen weiter Jagd auf eine Nekromantin machen. In Murk lebt sich Viv wider Erwarten gut ein und schließt Freundschaft mit einer überforderten Buchhändlerin und einer toughen Bäckerin. Doch ganz so verschlafen, wie es auf den ersten Blick scheint, ist Murk dann doch nicht - denn auch hier halten sich üble Mächte versteckt.

Der Band greift viele Elemente wieder auf, die den ersten auch schon zu einer solchen Wonne machten: Die gemütliche Grundstimmung, ein in Schuss zu bringendes Geschäft, neue Freundschaften, leckeres Gebäck. Die Buchhandlung als Handlungsort hat mir fast besser gefallen als das Café aus dem ersten Band, vermutlich weil ich mit Büchern mehr anfangen kann als mit Kaffee.

Sehr niedlich waren auch die beiden Sidekicks Potroast und Ränzel (können wir bei letzterem kurz darüber sprechen, wie treffend und genial die Übersetzung des Namens bitte ist?). Den Namen Potroast hab ich, weil ich offenbar vor lauter Gemütlichkeit etwas unaufmerksam wurde, das halbe Buch über nicht gecheckt. Ich hab den die ganze Zeit gelesen wie so den Namen eines griechischen Philosophen oder so. Pot-ro-ast. Irgendwann ging mir dann der Kronleuchter auf, dass das englisch für dieses Fleischgericht sein soll: Pot-Roast. Was den Namen weit weniger erhaben scheinen ließ. Nunja. o.o"

Etwas unentschieden bin ich über die enthaltene Action im Buch. Der erste Band hielt sich damit ja wirklich sehr zurück, in diesem hier ist ein wenig mehr los - immerhin ist die Ork Viv ja auch noch jünger und voller Kampfeseifer. Nichtsdestotrotz hätte ich das nicht unbedingt gebraucht und es ist auch ein Grund dafür, warum mir der erste Band etwas besser gefallen hat.

Ein anderer Grund ist, dass in diesem hier natürlich klar ist, wie die aufkeimende Romanze ausgehen muss - kennen wir ja schließlich alle den ersten Band. Das gibt dem Ganzen so einen bittersüßen Beigeschmack. Ich will doch einfach nur lesen, wie die den Buchladen neu streichen und Brötchen essen. ;_; No problems for me please!

Haha, na im Ernst - ist ein sehr schönes Buch und hat mich insofern positiv überrascht, als dass ich nicht gedacht hätte, dass sich das Konzept noch einmal aufgreifen lässt, ohne sich selbst zu wiederholen. Wer den ersten Band genossen hat, wird auch diesen hier mögen.
The Brothers Cabal by Jonathan L. Howard

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adventurous dark funny medium-paced
  • Plot- or character-driven? A mix
  • Strong character development? Yes
  • Loveable characters? Yes
  • Flaws of characters a main focus? Yes

4.0

Der Vampir Horst Cabal wird von einem ominösen "Ministerium" zurück ins Unleben geholt, um an einem ihm erst nach und nach und nie vollständig erörterten Vorhaben beteiligt zu werden. Als sich nach und nach herausstellt, dass die Absichten des Ministeriums mitnichten mit Horsts Gewissen zu vereinbaren sind und darüber hinaus auch den noch konventionell am Leben befindlichen Bevölkerungsanteilen der Erde erhebliches Ungemach bereiten könnten, schließt Horst sich einer Gruppe von Vampirjägern an und macht sich auf den Weg, den einzigen ins Boot zu holen, der ihnen jetzt noch helfen kann - seinen Bruder Johannes, den Nekromanten.

Aaaah, ich hatte mich gespoilert, weil ich so wahnsinnig traurig über Horsts endgültiges Ableben war und wissen wollte, ob er irgendwann wiederkehrt. Also - er kehrt wieder und zwar in diesem Band. Da es im Klappentext steht, denke ich nicht, dass das jetzt noch ein Spoiler ist. Ich habe mich sooo gefreut, Horst ist einfach toll. :D

Besonders gut gefiel mir, dass diesmal ein nicht geringer Teil der Geschichte aus seiner Sicht erzählt ist. Zugegeben - Horst ist weniger genial als sein nekromantisierender Bruder. Dafür aber umso liebenswürdiger. Das gibt der Erzählung nochmal einen anderen Tonfall, der jedoch keinesfalls weniger humorvoll ist als der in den bisherigen Bänden.  Und als die beiden Brüder wieder vereint sind, ergänzen sie sich wieder aufs Wunderbarste!

Nachdem die ersten drei Bände eher für sich zu stehen schienen, gibt es in diesem hier jede Menge Verweise auf die vorigen Ereignisse und einige Geschehnisse finden hier ihre Fortführung. Dass es dem Autor erneut gelingt, einen Band zu liefern, der der Grundidee mit dem etwas abgehobenen Nekromanten treu bleibt, dabei aber wieder ganz frisch und anders als die vorigen Bände daherkommt, finde ich beeindruckend.

Bin seeehr gespannt auf den nächsten Band!
The Fear Institute by Jonathan L. Howard

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adventurous dark funny lighthearted medium-paced
  • Plot- or character-driven? Plot
  • Strong character development? It's complicated
  • Loveable characters? Yes
  • Flaws of characters a main focus? It's complicated

3.0

Der berüchtigte Nekromant Johannes Cabal wird von drei Herren des Fear Institutes angeheuert, mit ihnen die Traumlande zu bereisen, um dort die Furcht selbst ein für allemal zu vernichten und so die Menschheit von dieser überaus unpraktischen Geißel zu befreien. Es folgt eine erwartbar abenteuerliche Reise, in deren Verlauf Cabal einige weniger erwartbare Begegnungen hat, die noch viel weniger erwartbare Konsequenzen nach sich ziehen. Nichts, womit ein Nekromant seines Kalibers nicht gerechnet hätte, also.

Nach dem absolut großartigen Band 2 fand ich diesen hier etwas schwächer. Das lag vor allem daran, dass Cabal der moralische Kompass fehlt, den im ersten Band sein Bruder Horst und im zweiten seine Reisegefährtin Leonie darstellen. Die drei Herren vom Fear Institute bleiben ziemlich blass im Verlauf des Abenteuers. Die Reise selbst beinhaltet wenig überraschend eine Menge Anspielungen auf Lovecrafts kosmischen Horror im Allgemeinen und die Traumlande im Speziellen und folgt in weiten Teilen auch diesem typischen abenteuerlichen Expeditionscharakter solcher Entdeckungserzählungen.
Das mochte ich grundsätzlich, aber irgendwie zog sich irgendwann in der Mitte die Erzählung etwas. Ein Schlenker weniger in der Fahrt hätte es meiner Meinung nach auch getan.

Das Ende der Geschichte wird recht unvermittelt ziemlich abgefahren bis hin zu einem Punkt, an dem ich die Genialität Cabals echt übertrieben fand, selbst im Rahmen der bisherigen Darstellungen des Charakters. Nunja, was eben im Traum nicht alles möglich ist?

Ich hab mich nach der Lektüre dieses Bandes nichtsdestotrotz auf den nächsten schon sehr gefreut. Ich gebe zu, ich hatte mich gespoilert,
und freue mich schon seit dem Ende des ersten Bandes auf Horsts Rückkehr. Horst-der-Vampir-Fanclub hier!
:D
Leroy Phoenix: über Luft und Schatten by Karsten Zingsheim

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adventurous funny mysterious medium-paced
  • Plot- or character-driven? A mix
  • Strong character development? It's complicated
  • Loveable characters? Yes

2.0

Der Luftelementarist und Romanautor Leroy Phoenix wird vom Hohen Rat beauftragt, eine Reihe merkwürdiger Ritualmorde aufzuklären. Dabei gerät er jedoch bald selbst in Verdacht, mit den Morden in Verbindung zu stehen und muss sich mit fragwürdigen Verbündeten zusammentun, um nicht nur den wahren Mörder zu finden, sondern auch seine eigene Weste wieder reinzuwaschen.

Um ehrlich zu sein: Ich stehe self-published Büchern immer mit einer gewissen Skepsis gegenüber, und dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, warum das so ist.

Was ich gut fand: Die erzählte Geschichte selbst ist solide Urban Fantasy. Das neblige London als magisch-mystisches Setting ist eine naheliegende Wahl und funktioniert. Die Charaktere haben ihre Eigenheiten, die sie durchaus sympathisch machen und die zusammengewürfelte Gruppe hat eine glaubwürdige Chemie untereinander. Sehr, sehr cool fand ich die Handel mit verschiedenen Entitäten, die Phoenix im Verlauf der Handlung eingeht. Besonders in Erinnerung blieb mir der Handel mit der Luft der Stadt London, die von ihm im Gegenzug für ihre Hilfe einige merkwürdige Dinge verlangt, darunter, dass er drei Nächte unter freiem Himmel schläft und dass er eine Tageszeitung mit einer bestimmten Seite aufgeschlagen auf eine bestimmte Parkbank legt. Solche andersweltlichen Handel sind ja immer etwas, wofür ich zu begeistern bin und das kommt hier richtig gut!

Neutrale Beobachtung: Das Setting und viele Erzählelemente haben enorme Parallelen zu den Dresden-Files, sodass sich das Ganze liest, als wäre es als Hommage an Harry Dresdens Abenteuer entstanden. Das ist nicht weiter tragisch, aber erklärt möglicherweise, warum das Buch es schwer hatte, einen Verlag zu finden?

Was mir nicht gefallen hat: Ich möchte hier kein Nitpicking einzelner Storyelemente betreiben, die mir aus irgendwelchen Gründen persönlich nicht gefallen haben. Da läuft sicher viel auf Geschmacksfragen hinaus. Was aber wirklich keine Frage des Geschmacks ist: Im Buch finden sich zahlreiche Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie merkwürdig gesetzte Absätze. Ich versuche, sowas nicht zu eng zu sehen, gerade im Selfpublishing-Bereich, wo wir häufig von Herzensprojekten sprechen. Aber hier führte es dazu, dass ich beim Lesen stolperte und Absätze mehrfach lesen musste, um ihren Sinn zu begreifen. Dieses Buch wäre durch ein professionelles Korrektorat um Längen besser geworden. Das ist schade, denn ansonsten war es für mich eine ganz angenehme 3-Sterne-Lektüre. Die formalen Fehler machen daraus 2.
Certain Dark Things by Silvia Moreno-Garcia

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adventurous dark mysterious fast-paced
  • Plot- or character-driven? A mix
  • Strong character development? Yes
  • Loveable characters? Yes
  • Flaws of characters a main focus? It's complicated

4.0

Der 17-jährige Domingo lebt in Mexico City und schlägt sich mit dem Sammeln und Verkaufen von Schrott durch. Sein unsichtbares Leben nimmt eine äußerst unerwartete Wendung, als er die geheimnisvolle Atl trifft. Die schöne und intelligente junge Frau fasziniert ihn - erst recht, als sie ihm offenbart, dass sie eine Tlāhuihpochtli ist, die Erbin eines aztekischen Vampirclans. Wie sich herausstellt, ist Atl bei Weitem nicht die größte Gefahr, die derzeit in Mexico City lauert. Atl hat viele Feinde und wenige, fragwürdige Freunde und indem er sich mit ihr zusammentut, gerät auch Domingo zwischen die Fronten.

Das Buch wurde in unserem Buchclub mit einiger Begeisterung vorgestellt und war die Lektüre absolut wert. Ich lese gern Urban Fantasy und erst recht lese ich gerne Vampirgeschichten und diese hier macht sehr viel richtig:

Die Vampire sind interessant. Die Autorin bringt nicht nur die klassischen europäischen Vampirmythen mit in die Geschichte, sondern stellt unter anderem mittelamerikanische Blutsaugermythen in den Fokus ihrer Erzählung. Die Tlāhuihpochtli als Vogelgestaltwandler sind wirklich mal etwas ganz anderes. Auch die anderen Vampire haben interessante Eigenheiten, die sich jeweils aus ihrer Historie ergeben (so jedenfalls die Überzeugung der Vampire, wer weiß, obs stimmt). Mir hat auch die Idee gut gefallen, dass Vampire ihre menschlichen Anhänger "Renfields" nennen. Und dass diese besondere Beziehung zwischen einem Vampir und seinem Renfield sehr unterschiedlich aussehen kann, abhängig davon, was genau beide darin suchen.

Die Erzählfiguren sind interessant. Allen voran natürlich Atl und Domingo, die beide auf ihre Art Stärke zeigen müssen und Schwächen zu verbergen haben. Domingo fand ich klasse - er ist einerseits ein wenig naiv, dabei aber keinesfalls leichtsinnig. Ungebildet, aber nicht blöd. Vor allem aber sehr fähig darin, in der Lage zu leben und das beste aus seiner jeweiligen Situation zu machen. Und eine absolut treue Seele. Neben den Hauptfiguren mochte ich aber auch die Polizistin sehr, die sich aufreibt zwischen ihrem Anspruch an gute Arbeit, ihrem Wunsch nach Ruhe und Frieden und ihrem Ziel, der eigenen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Eine sehr nahbare Figur, die die weniger romantischen und fantastischen Seiten der Stadt deutlich macht.

Das Setting ist interessant. Das alternative Mexico City, eine abgeschlossene Stadt mit bestehendem Vampirbann. Ein Neo-Noir-Setting, in dem die Schatten etwas dunkler sind und das Neonlicht greller scheint. Eine spannende Idee, Vampire einerseits als gegeben und bekannt im Setting zu etablieren, andererseits aber eine Stadt als Schauplatz zu wählen, in der Vampire laut Gesetz nicht vorzukommen haben und daher der Umgang mit ihnen nicht selbstverständlich ist.

Und wisst ihr, was auch toll ist? Das ist ein einzeln für sich stehender Band! Nur einer! Keine ausufernde Reihe, kein Breittreten einer 0815-Story. Die Autorin hatte eine Idee, die sie erzählen wollte und hat diese umgesetzt. Und dann aufgehört, als sie ihre Idee auserzählt hatte. Kudos!

Ich hätte mir, mein einziger Kritikpunkt, gewünscht, dass gar keine Liebesbeziehung vorkommt. Aber da die enthaltene wirklich sehr süß ist und gar nicht so prominent um ihrer selbst willen im Vordergrund steht, hats mich auch nicht gestört.

Leseempfehlung aus dem Buchclub gebe ich gern weiter: Wer Bock auf Urban Fantasy und mal andere Vampirgeschichten hat, wird hier sehr gut bedient. 
Loving Reaper by Jenny Jinya

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dark emotional inspiring reflective sad fast-paced
  • Plot- or character-driven? Character
  • Strong character development? N/A
  • Loveable characters? Yes
  • Diverse cast of characters? N/A
  • Flaws of characters a main focus? No

4.0

Eine Sammung kurzer Comics über Tiere und die Menschen, die sich ihnen gegenüber unmenschlich verhalten. Über den Tod, der voller Mitgefühl und Freundlichkeit ist. Und über das Leben, an dem sich alle erfreuen können sollten.

Die Zeichnungen sind wahnsinnig niedlich, auch wenn die Geschichten es nicht unbedingt sind. Ich hab sooo geheult beim Lesen. D: Trotz der traurigen Inhalte sind die Geschichten nicht hoffnungslos - ganz im Gegenteil. Es geht schließlich darum, dass die Welt nicht so bleiben muss, wie sie ist, wo es nicht zum besten steht. Aber eben auch darum, dass der Tod zum Leben dazugehört. Nichtsdestotrotz muss man entweder ein Stein sein oder Bock zum Heulen haben, wenn man diesen Comic aufschlägt. Das ist so ein wenig, wie wenn man sehenden Auges in Dokus wie "Earthlings" reinläuft ... schon ne spezielle Art von Masochismus. Zum Teil empfand ich die Geschichten auch als vereinfachend und dick aufgetragen, was aber im Sinne des moralischen Zeigefinger-Charakters der Geschichten wohl Absicht ist.

Am Ende jedes kurzen Comics steht ein erklärender Text, in dem die Autorin ihre Geschichte einordnet und gegebenenfalls mit Zahlen hinterlegt oder um Informationen ergänzt, wo und wie wir betroffenen Tieren helfen können. Dadurch bekommen die Comics den Charakter eines Aufrufs zum Handeln, statt nur zum passiven Betroffen-Sein, das hat mir gut gefallen.

Ein sehr schönes Buch insgesamt. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man die Geschichten mit Kindern zusammen lesen und besprechen kann.
Märchenmond. Märchenmonds Kinder by Wolfgang Hohlbein

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adventurous hopeful fast-paced

3.0

Die ersten beiden Bände der Märchenmond-Saga als Doppelband. Im ersten Band bereist Kim das Land der Träume und der Magie, Märchenmond, um seine Schwester Rebekka zu retten, die vom üblen Boraas in tiefem Schlaf gefangengehalten wird. Dabei wird Kim hineingezogen in einen gewaltigen Kampf zwischen Gut und Böse, der ganz Märchenmond erfasst und in dem ein junger Held die letzte Hoffnung ist. Im zweiten Band bereist Kim Märchenmond erneut, um das Geheimnis der Kinder zu lüften, die in Märchenmond verschwinden und in seiner Welt teilnahmslos und ohne Erinnerung auftauchen. In Märchenmond haben die geschäftstüchtigen Zwerge mit ihren Eisenmännern die Industrialisierung eingeläutet. Doch tut der Fortschritt dem Land und seinen Leuten wirklich gut?

Märchenmond war eines meiner ersten "richtigen" Fantasybücher (vielleicht sogar das erste, ich weiß es nicht mehr genau). Ich habe den ersten Band als Kind geliebt und ziemlich oft gelesen. Vorn sind noch die Bleistiftstriche drin, die den Vorlesetext für meine Buchvorstellung in der 5. Klasse markieren. :D (Ich habe damals extra eine langweilige Stelle ausgesucht, damit ich die ganze spannende Action nicht spoilere ... hat meine Klassenkamerad*innen nicht sooo vom Hocker gehauen, aber die hatten halt einfach alle keine Ahnung.)

Ich habe, bevor ich das Buch wieder aufgeschlagen habe, immer noch ganz genaue Vorstellungen davon gehabt, wer in dem Buch vorkommt, wie die aussehen und wie endlos cool diese Charaktere alle waren! Ado, der im Reich des Bösen gefangene Sohn des tragischen Tümpelkönigs! Priwinn, der immer wütende Sohn des Steppenkönigs von Caivallon. Gorg, der Riese, Kelhim, der freundliche Bär, Rangarig, der goldene Drache ... *schwärm*

Nun habe ich das Buch nach vielen Jahren erneut in die Hand genommen, um zu sehen, ob es meinen überaus positiven Erinnerungen gerecht wird. Und das kann ich mit einem klaren "Jein" beantworten. :D

Der erste Band ist tatsächlich recht lesenswert. Ich war bei der Lektüre überrascht, wie viel Sword & Sorcery in dem Buch steckt. Hatte das irgendwie so High Fantasy in Erinnerung, aber die Erzählweise ist weit weniger episch angelegt, trotz des weltumspannenden Gut-Böse-Konflikts. Die Handlung geht episodenhaft und wahnsinnig schnell voran, immer passiert etwas, ständig erfahren wir, wie es weitergeht. Die Charaktere hingegen werden eigentlich kaum vorgestellt, weder was ihr Äußeres betrifft noch was irgendwelche Charakterzüge außerhalb ihrer sofort ersichtlichen Eigenschaften angeht. Ich frage mich, wie ich als Kind zu derart detaillierten Vorstellungen dieser Charaktere kam. Vermutlich war es genau die Tatsache, dass so viel meiner Vorstellungskraft überlassen wurde, die diese Charaktere so vielschichtig und mir so sympathisch  machte. Ich empfand als Kind auch Kim, den Protagonisten, als hervorragende Identifikationsfigur. Vermutlich, weil er eigentlich so charakterbefreit ist und sich daher prima dazu eignet, das Gesicht der jeweils Lesenden anzunehmen. Andererseits aber auch, weil seine Motivation, seine jüngere Schwester zu retten, mich voll angesprochen hat. Alles in allem finde ich den ersten Band aus heutiger Sicht zwar nicht mehr das beste seit geschnitten Brot, aber er las sich gut weg und es fühlte sich für mich an, wie ein angenehmer Besuch bei alten Freunden.

Negativ fiel mir bei erneuter Lektüre auf, dass im ersten Band quasi keine Frau vorkommt. Es gibt in der Vorgeschichte Kims Mutter und seine im Koma liegende Schwester. Und es gibt die Ehefrau eines Bauern und die nur nebenher erwähnte Frau des getöteten Bruders dieses Bauern. Das wars. Das waren ALLE Frauen in dieser Geschichte. :D Ist mir als Kind nie aufgefallen - da wie gesagt alle Charaktere ziemlich flach sind, hatte ich kein Problem damit, mich mit dem männlichen Hauptcharakter zu identifizieren. Jetzt als Erwachsene find ichs schon irgendwie bisschen oll für 1983.

Der zweite Band ... ach je. Den mochte ich als Kind auch schon weit weniger gern als den ersten und jetzt als Erwachsene mochte ich ihn wirklich nicht mehr. Kim, der im ersten Band schon eher dadurch glänzt, dass er einfach ziemlich viel Glück hat, stolpert völlig planlos durch die Gegend und hat ziemlich viel Meinung im Verhältnis zu ziemlich wenig Ahnung (das hat er im ersten Band auch schon, aber da ist es im Allgemeinen nachvollziehbarer und im Rahmen der klaren Gut-Böse-Einteilung auch sinnvoller, sodass er eher ein bisschen altklug als einfach nur grob bevormundend rüberkommt). Er besucht alle relevanten Orte seiner Reise aus dem ersten Band, nur um an jedem einzelnen festzustellen, dass auch hier alles den Bach runtergeht. Das liest sich sehr frustrierend. Die Worte "Narr" und "spöttisch", beides so Hohlbein-Standardvokabeln, werden hier wirklich zu oft verwendet. Leute reden aus unerfindlichen Gründen nicht miteinander - auch nicht über Dinge, die sie sich eigentlich bereitwillig erzählen dürften. Warum Prinz Priwinn Kim nicht einfach sagt, was genau seine Gründe für den Kampf gegen die Eisenmänner sind, erschließt sich keinen Meter. Er ist die ganze Zeit stocksauer, dass Kim sich nicht wahllos auf seine Seite schlägt und immer, wenn sie an irgendwas vorbeilaufen, was irgendwie scheiße läuft, hält er Kim dann eine vorwurfsvolle Rede darüber, dass er nun ja sehen könne, warum man die Eisenmänner bekämpfen müsse. Wieso er ihm diese Sachen nicht vorher einfach erzählt hat, statt verstockt herumzusitzen ... es bleibt sein Geheimnis. Am Ende "löst" Kim das Rätsel, indem ihm die Lösung quasi gezeigt wird ... und wieso das passiert, habe ich auch nicht verstanden. Eine ganz persönliche Abneigung hege ich zudem gegen den Namen eines Nebencharakters, der voll hässlich ist, und den Kim deswegen "Bröckchen" (Diminutiv von Kotzbrocken) nennt. Wie nett. Und der heißt dann das ganze Buch über so. Das fand ich bereits als Kind endlos unangenehm und es war tatsächlich auch exakt die einzige Erinnerung, die ich an diesen Band vor der erneuten Lektüre noch hatte.

Fazit: Alles nach dem ersten Band kann man sich als erwachsener Mensch klemmen, aber der erste Band ist nach wie vor schön, wenn man auf märchenhaftere Fantasy steht.
Der Name des Windes by Patrick Rothfuss

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adventurous dark emotional mysterious medium-paced
  • Plot- or character-driven? A mix
  • Strong character development? Yes
  • Loveable characters? Yes
  • Diverse cast of characters? No
  • Flaws of characters a main focus? Yes

4.0

In "Der Name des Windes" erzählt Magier Kvothe den ersten Teil seiner Lebensgeschichte und wir erfahren, wie er vom Schausteller-Sohn zum Straßenkind und schließlich zum überaus begabten Schüler des magischen Arkanums wurde und warum man ihn "den Blutlosen" nennt. Einen sehr langen Tag braucht er, um einem bekannten Chronisten diesen Part seiner Erzählung zu diktieren, während sein Freund und Schüler Bast das Gespräch aufmerksam verfolgt und draußen vor dem Wirtshaus die schrecklichen Skraels näherkommen. Zwei weitere Tage wird er brauchen, um den Rest seiner Geschichte zu erzählen.

Das Buch wurde mir über viele Jahre immer wieder als moderner Klassiker empfohlen. Da ich eine besondere Schwäche für Namensmagie habe, die hier eine tragende Rolle spielt, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, als die Stadtbibliothek den Band im Rahmen eines Dublettenverkaufs günstig abzugeben hatte.

Das Buch braucht etwas länger, um so richtig in Gang zu kommen, aber dann hat es mich nicht mehr losgelassen und ich bin durch den Wälzer regelrecht durchgeflogen. Ich mag die Entwicklung des Hauptcharakters, der vom naiven Kind zum übereifrigen und stolzen Jugendlichen heranwächst. Auch wenn es zunächst so wirkt, als habe der Charakter keinerlei Schwächen und viel zu viele und große Stärken - Kvothe begeht einige und nicht kleine Fehler, die einerseits aus seiner Lebenssituation erklärbar sind (die ständigen finanziellen Nöte sorgen dafür, dass er meint, sich keine Verzögerung im Studium leisten zu können), andererseits aus seinem Stolz, den er wiederholt nicht zu überwinden vermag (er bittet sehr ungern um Hilfe und muss immer das letzte Wort haben).

Gut gefallen haben mir auch einige Nebencharaktere. Zum einen Bast, über den wir in diesem Band leider nicht viel erfahren, der aber einerseits eine wirklich treue Seele zu sein scheint, andererseits aber zu einigen wenigen Gelegenheiten ein herrlich anderweltliches Verhalten an den Tag legt. Zum anderen ist mir Denna nach einiger Zeit ans Herz gewachsen. Zunächst hielt ich sie für eine eher nervige Loveinterest. Aber je besser Kvothe sie kennenlernt, desto klarer wird, dass sie eine kluge und gewitzte Person mit eigener Agenda ist, die das Erobern von Männern als Mittel zum Zweck, nicht aber als Lebensziel sieht. Dass Kvothe ihren vielen Zweckliebschaften einigermaßen eifersuchtsfrei gegenübersteht, fand ich sehr erfrischend.

Es ist kein Geheimnis, dass man mich fängt mit Geschichten über fleißige Personen, die zielstrebig und mit Nachdruck an ihren Vorhaben arbeiten und dabei wachsen und sich entwickeln. Das Buch hier bietet genau das. Es hat einfach alles: Talent, das durch Fleiß gefördert wird. Die tragische Backstory, die überwunden werden muss. Eine Magierakademie! Awww yiss!

Kleinere Kritikpunkte hatte ich dennoch:

Erstens braucht das Buch, wie bereits gesagt, einfach zu lange, um so richtig in Gang zu kommen. Ich wüsste nicht, was ich kürzen würde, denn wir lernen in dieser Zeit ja unseren Hauptcharakter kennen und dessen aktuelle Lage. Aber ich habe gefühlt für die ersten 70 Seiten so lange gebraucht wie für die nächsten 400. :D

Zweitens: Kvothe betrachtet Frauen ziemlich oberflächlich. Ihr Aussehen wird wirklich bis ins Detail beschrieben und die, die ihm auffallen, sehen einfach alle unendlich heiß aus. Immerhin ist das Buch sich dessen insofern bewusst, als dass in einer der Wirtshausszenen Bast genau das anmerkt. Allerdings wirkte das auf mich so, als habe hier das Lektorat etwas reingeschrieben, was mir als Leserin auch auffiel. Denn die Aussage wird so in den Raum gestellt und dann von Kvothe nicht weiter verfolgt. Auf der anderen Seite mag das auch Absicht sein: Kvothe hat als Mann logischerweise keinen besonderen Blick für die misogynen Verhältnisse im Land allgemein und an der Akademie im Besonderen und scheint sie im Gegenteil aufzunehmen und unreflektiert wiederzugeben. Es gibt in der Geschichte durchaus verschiedene eigenständig handelnde Frauen ... die allerdings bislang alle "Einzelkämpferinnen" sind.

Drittens: Viele Leute haben es, wie ich hinterher feststellte, schon angemerkt, aber die Parallelen zum ersten Erdsee-Band von Ursula K. LeGuin sind wirklich auffällig. Kvothe und Sperber teilen sich viele Eigenschaften: Beide von klein auf unfassbar talentiert, beide aus ärmlichen Verhältnissen, beide müssen sich an der Akademie als junge Underdogs behaupten und beide stehen sich mit ihrem Stolz und einer unnötigen Fehde mit einem adligen, älteren Schüler selbst im Weg. Auch die Namensmagie spielt in beide eine wichtige Rolle. Ich sehs nicht als Bug, sondern als Feature: Ihr mochtet Erdsee? Dann werdet ihr auch "Der Name des Windes" mögen. Die Unterschiede zwischen beiden sind meiner Meinung nach groß genug, dass es die Lektüre absolut rechtfertigt. Kein billiger Abklatsch, sondern vielmehr eine neue Variation auf einigen ähnlichen Grundideen.

Insgesamt hat mir die Lektüre ausnehmend gut gefallen. Leider habe ich danach festgestellt, dass es den dritten Band noch nicht gibt (und eventuell nie geben wird, wer weiß). Macht aber nichts, ich hab ja noch zwei zweite Bände und gegebenenfalls die dazugehörigen Novellen vor mir. Und wenns dann nicht abgeschlossen wird: Schade, aber das schmälert für mich nicht die Freude, die ich an diesem ersten Band hatte.